In der Debatte um Plastikverpackungen ist ein Argument der Industrie immer wieder, dass sich die Kunden diese Verpackungen wünschten, weil sie vor allem aus Sicht der Haltbarkeit und der abgepackten Mengen besonders parktisch seien. Auch in der bereits erwähnten Sendung von „Hart aber fair“ griff der Vertreter der Plastik-Industrie auf genau diese Argumente zurück, um die fortwährende Abpackung von Lebensmitteln auf diese Weise zu rechtfertigen. Zugegeben, die Abpackungen im Supermarkt sind super praktisch, eben auch weil sie vergleichsweise lange haltbar sind. In Märkten ohne Frischetheke sind sie derzeit zudem fast schon alternativlos. In der Folge kaufe auch ich im Discounter um die Ecke immer wieder entsprechend abgepackt Wurst und Käse.
In der genannten Sendung kam auch zur Sprache, dass diese Verpackungen mit den besonders dünnen Folien auch bei korrekter Entsorgung in der gelben Tonne dennoch nicht recycelt werden können, da sie aus zu vielen hauchdünnen Schichten vieler verschiedener Kunststoffe bestehen. Natürlich ist ein wünschenswerter Weg, diesen nicht wiederverwertbaren Müll zu vermeiden und die Menge solcher Verpackungen beim eigenen Einkauf so weit wie möglich zu reduzieren. Doch selbst dann wird die Industrie vermutlich noch eine Rechtfertigung für die Verpackung sehen und die entsprechend verpackten Produkte weiterhin verkaufen.
Eine andere Möglichkeit bietet die App „Replace Plastic“, die der Verein Küste gegen Plastik entwickelt hat. Das Prinzip ist simpel und einfach. Nach der Installation aus dem Play- oder App-Store gibt man nur kurz seinen vollständigen Namen und die Postleitzahl an und schon kann man über die Kamera den Barcode aller erdenklichen Plastikverpackungen scannen. Die persönlichen Daten werden benötigt, um Herstellern und Anbietern ggf. nachzuweisen, dass die Meldung nicht vom App-Anbieter selbst generiert wurde. Anhand des Barcodes erkennt die App das Produkt (soweit dieses bereits erfasst ist). Nach dem Scan muss der Verbesserungswunsch lediglich über eine Schaltfläche gesendet werden. Der Besipiel-E-Mail in der App lässt sich entnehmen, dass das Feedback wohl zunächst gesammelt und anschließend gebündelt für das Produkt an den entsprechenden Anbieter übermittelt wird. Die bereits gescannten Produkte werden in der App gespeichert, sodass bei wiederholtem Scannen eine Fehlermeldung ausgegeben wird. Ist ein Produkt nicht vorhanden, will der App-Anbieter versuchen, dieses anhand der Barcode-Nummer zu identifizieren, um den Verbesserungswunsch anschließend an den Hersteller zu senden.
Ich selbst hatte mir im ersten Quartal dieses Jahres angewöhnt beim Auspacken meines Einkaufs alle plastikverpackten Artikel zu scannen und den entsprechenden Verbesserungswunsch zu senden. Aus verschiedenen Gründen habe ich das dann trotz des eigentlich geringen Aufwandes nicht mehr gemacht und teilweise auch schlicht vergessen. Seit einigen Einkäufen bin ich nun wieder mehr oder weniger fleißig am Scannen. Weniger, da ich zum einen hier und da schon versuche, auf die ein oder andere Verpackung zu verzichten, und zum anderen einen Großteil meiner alltäglichen Produkte bereits gescannt habe. Sicherlich ist das Scannen und die damit verbundene Mitteilung an die Hersteller nur ein Weg und sicherlich gibt es noch unmittelbarere Wege, um die verursachte Menge an Kunstoffabfall zu reduzieren. Für diesen Beitrag soll mir die Vorstellung der App jedoch vorerst reichen.
Beitragsbild: Fotomontage aus eigenem Hintergrundbild und Smartphone mit App-Darstellung von Küste gegen Plastik e.V. Zugriff am 24.11.18

